Über mich
Bild Sarah Volpert Inhaberin von Seelenkonferenz

Getrieben durch meine eigene Geschichte beschäftige ich mich seit 10 Jahren mit persönlicher Weiterentwicklung. Schon in meinem Studium Kommunikationsdesign hat mich besonders die Kommunikation interessiert und wie man diese fördern kann. Da mein Wissenshunger nicht gestillt wurde, habe ich angefangen nebenbei Angewandte Psychologie zu studieren. Alle Fragen und Antworten, die ich Dir präsentiere oder stelle, sind durch meine eigene Geschichte, meine Neugierde, mein Wissen rund um die Psychologie und meine persönlichen Erfahrungen entstanden.
Schon immer war es mir ein Anliegen, mein Umfeld dazu anzuregen, sich mehr mit sich selbst auseinander zu setzen und alles noch einmal zu hinterfragen. Denn ich bin überzeugt, können wir uns alle ein Stück mehr lieben, wird die Welt bereits zu einem freundlicheren Ort.

Durch positive Gedanken die Energie des Universums anziehen.
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Die Kunst das Leben in einem anderen Licht zu betrachten

Hast Du schon einmal von dem Begriff Refraiming gehört? Das Wort frame kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt Rahmen. Der Begriff Refraiming bedeutet Umdeutung und kommt aus dem Konstruktivismus sowie der systematischen Psychotherapie.
Man kann also bildlich sagen, durch diese Methode soll das Leben oder die erlebte Geschichte in einem anderen Rahmen betrachtet werden. Oder wie Pipi Langstrumpf es ausdrücken würde: „Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt!“

Geprägt von Erfahrungen, schafft sich jeder Mensch eine individuelle Sicht auf die Wirklichkeit.

Wie oben bereits beschrieben, kommt der Begriff Refraiming aus der Theorie des Konstruktivismus, welche viele Soziologen, Psychologen und Kommunikationswissenschaftler vertreten. Die Theorie des Konstruktivismus besagt, dass der Mensch seine Sicht der Wirklichkeit aufgrund von persönlichen, subjektiven Erfahrungen und Urteilen schafft und diese dann für „wahr“ hält. Aufbauend auf dieser für wahr gehaltenen Wirklichkeit beginnt der Mensch zu kommunizieren und sein Leben zu betrachten.

Wie ist das möglich, das Erlebte ist doch die Wahrheit?

Wer bestimmt, was tatsächlich wahr ist? Die Wahrheit ist immer relativ. Daher ist es auch möglich, jede Situation auf unterschiedliche Art und Weise zu betrachten – positiv und negativ.

Hinterfrage Deine eigenen Verhaltensmuster und schaffe neue Möglichkeiten.

Es geht jedoch dabei nicht um das Schönreden von Situationen, sondern um den Umgang mit einer kritischen Betrachtungsweise der eigenen Wahrnehmung. Indem man seine eigenen Gedanken und Verhaltensmuster hinterfragt und in einem anderen Licht betrachtet, öffnet man sich neuen Perspektiven. Diese Perspektiven können Erfahrenem einen neuen Sinn und damit einen neuen Rahmen geben. Man wird wiederum offen für Neues.

Die Technik des Refraiming verhilft also dazu, den Blick weg vom Defizit zu lenken und hin zu neuen Möglichkeiten. Fängt man an, sein Leben in einem neuen Licht zu betrachten, sieht man die Möglichkeiten, die eine Situation noch bereithalten kann. Man kommt weg von negativen Gefühlen und lässt sich zu Kreativität, Offenheit, Neugier und Bewusstsein leiten. Insgesamt gibt es drei unterschiedliche Arten des Refraiming.

Bedeutungsrefraiming

Durch diese Technik kann man ein Problem auf andere Art und Weise betrachten. Dies verdeutlicht das chinesische Schriftzeichen für Krise, welches aus zwei Silben besteht, die einzeln gelesen Gefahr und Chance bedeuten.
Die derzeitige Corona-Krise ist ein passendes Beispiel dafür. Man kann nur das Negative sehen, dass traurigerweise sehr viele Menschen leiden und sterben müssen, dass die Wirtschaft in vielen Ländern zusammenbricht und viele Existenzen auf dem Spiel stehen.
Man kann aber auch die positiven Seiten betrachten und sich bewusst machen, dass die Natur sich wieder erholen kann. Wie in zahlreichen Artikeln beschrieben, kommen die Fische nach Venedig zurück, die Delphine komme wieder ans Land geschwommen, weil es weniger Kreuzfahrtschiffe gibt und der CO2-Ausstoß wird geringer. Die Natur kann sich endlich erholen. Welche Bedeutung misst Du der Krise bei? 

Kontextrefraiming

In welchen möglichen Kontext kann man das Problem setzen?
Als Beispiel hierfür würde ich gerne das Thema Weinen nehmen, welches von uns Frauen oft als Schwäche angesehen wird.
Meiner Erfahrung nach neigen wir Frauen oft dazu, uns dafür zu verurteilen, dass wir emotionale Wesen sind, die schnell anfangen zu weinen, besonders dann, wenn es am wenigsten angebracht ist. Diese Empfindungen werden dann als Schwäche wahrgenommen und als völlig unangebracht. Es mag seine Richtigkeit haben, dass man in einem Gehaltsgespräch nicht in Tränen ausbrechen sollte, aber in einem Streitgespräch mit dem Partner oder der Freundin / einem Freund. Es ist meiner Meinung nach sehr hilfreich, offen und ehrlich die eigene Verletzlichkeit zu zeigen. Nur so kann der Andere einschätzen, was tatsächlich in einem vor sich geht. Härte und Abwehr würden hier die Fronten versteifen und zu weiterem Frust führen. 

Hierbei möchte ich jedoch stark betonen, dass man auch in dieser Situation bei sich bleiben und die eigenen Gefühle als das wahrnehmen sollte, was sie sind: die eigenen Gefühle. Es ist nicht die eine Wahrheit, sondern es ist die ganz eigene Wahrheit, die einen diesen Gefühlsausbruch erleiden lässt.

Inhaltsrefraiming

Welche versteckte Aussage hält eine Situation parat?
Als Beispiel möchte ich hier eine beschriebene Situation aus der Zeitschrift Psychologie heute nehmen. Es ging um ein Paar, welches sich regelmäßig stritt. Der Anspruch der beiden Partner war es, für den jeweils anderen da zu sein, wenn er ihn braucht. Gleichzeitig wünschten sich beide Partner mehr Freiheit und Abstand in der Beziehung zu einander. Wendet man hier das Bedeutungsrefraiming an, wird klar, dass der Streit eine Form der Abwehr des Anderen ist, um zu mehr Freiheit zu kommen. Betrachtet man die Situation inhaltlich, wäre das Ziel der beiden Partner, sich mehr Zeit für sich alleine zu nehmen.
Die vermeintlich negative und bedrückende Situation birgt also auch eine Chance und etwas Positives in sich. Können beide Partner diese Erkenntnis für sich annehmen, bekommen beide mehr Zeit für sich selbst.


Fällt es Dir nun ein wenig schwer, diese Refraimingtechniken voll und ganz zu durchdringen oder sogar anzuwenden, dann fühle Dich nicht schlecht. Betrachte die Situation gleich in einem anderen Licht. Freue Dich darüber, dass Du diese Techniken so lange auf Deine Art und Weise ausprobieren kannst, bis Du Dich wohl damit fühlst. Mache Dir keinen Druck, denn Du bist kein Experte, der andere Menschen damit unterstützen muss. Es liegt ganz an Dir, wie Du diese Techniken für Dich nutzen willst und kannst.

Wir sind alle Geschichtenerzähler!

„Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt!“, sagte Pippi Langstrumpf gerne und ich habe das in diesem Kontext mit einem Augenzwinkern verwendet. Jedoch möchte ich Dich dazu anregen, alle erlebten Situationen in Deinem Leben als Geschichten zu betrachten, die umgeschrieben werden können. Es ist nichts in Stein gemeißelt, alle Erfahrungen, Glaubenssätze und Annahmen, die wir uns einmal eingeprägt haben, können in einem anderen Rahmen betrachtet oder sogar los gelassen werden. Du kannst sogar noch einen Schritt weiter gehen und eine ganz eigene neue Geschichte kreieren.

Gehst du mit Offenheit, Neugier, Kreativität und Bewusstsein durch Dein Leben und bist bereit alles von mehreren Seiten zu betrachten, bin ich mir sicher, dass Dein Leben noch sehr viel mehr Möglichkeiten für Dich bereit hält, als Du bisher angenommen hast.

Quellen:
Menzel, W; Wilbrand, T; Kruse, J (2004). Kommunikationskontexte und Grundlagen der Gesundheitskommunikation. GKOMM02. Bremen: Studienheft der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft. 
Psychologie heute, November 2016. Heft 11. Beltz Verlag. 43. Jahrgang

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