Über mich
Bild Sarah Volpert Inhaberin von Seelenkonferenz

Getrieben durch meine eigene Geschichte beschäftige ich mich seit 10 Jahren mit persönlicher Weiterentwicklung. Schon in meinem Studium Kommunikationsdesign hat mich besonders die Kommunikation interessiert und wie man diese fördern kann. Da mein Wissenshunger nicht gestillt wurde, habe ich angefangen nebenbei Angewandte Psychologie zu studieren. Alle Fragen und Antworten, die ich Dir präsentiere oder stelle, sind durch meine eigene Geschichte, meine Neugierde, mein Wissen rund um die Psychologie und meine persönlichen Erfahrungen entstanden.
Schon immer war es mir ein Anliegen, mein Umfeld dazu anzuregen, sich mehr mit sich selbst auseinander zu setzen und alles noch einmal zu hinterfragen. Denn ich bin überzeugt, können wir uns alle ein Stück mehr lieben, wird die Welt bereits zu einem freundlicheren Ort.

Buen Camino, ein Foto aus dem Jakobsweg
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Buen Camino

Pilgern auf dem Jakobsweg

Er bringt Dir, was Du brauchst, nicht was Du möchtest. Es passiert Magie, wenn Du ihm folgst und Dich ihm voll und ganz fügst. Er wird Dich verändern, körperlich und auch mental. Er wird in Dir ein großes Verlangen nach mehr auslösen und Du wirst Dich Dein Leben lang an ihn zurück erinnern.

Du wirst entdecken, dass er „in deinem Herzen liegt, wie auch die Wahrheit und das Leben.“ – Paulo Coelho, Auf dem Jakobsweg

Camino Francés, der Jakobsweg

Mitte Februar 2020 habe ich mich auf den Weg gemacht, um Antworten für mein Leben auf dem Camino Francés zu finden. Im Deutschen ist er auch als Jakobsweg bekannt, wobei der Jakobsweg auch in vielen Städten Deutschlands beginnt. Der Startpunkt des klassischen Camino Francés liegt in einem kleinen französischen Städtchen, genannt Sain-Jean-Pied-de-Port und endet in der spanischen Stadt Santiago de Compostela. Er ist knappe 800 km lang und führt quer durch den Norden Spaniens. Folgt man den Empfehlungen der Pilgerbüros, kann man die Strecke in 33 Tagen zurücklegen.

Der Start meiner Reise, auf der Suche nach Antworten

Nach einer Zeit voller Schmerz, Veränderung und Unsicherheit kündigte ich meine Wohnung, brachte meine Möbel und Habseligkeiten in einem Lagerhaus unter, packte meinen Rucksack und zog los. Mein Weg startete in Biarritz, in einer kleinen Stadt in Frankreich, nahe der spanischen Grenze. Als ich dort ankam war ich voller Vorfreude, verspürte aber auch Unsicherheit, was mich erwarten würde?

Mit der Regionalbahn fuhr ich am nächsten Morgen nach Saint-Jean-Pied-de-Port, ein wundervolles friedliches kleines Städtchen. Da ich Mitte Februar startete, zählte ich zu den Winterpilgern und traf an diesem Tag tatsächlich nur zwei weitere Pilger. Einen Italiener, der mit mir zusammen den Pilgerausweis im Pilgerbüro abholte, und eine junge Polin, die dann zu einer wichtigen Begleiterin wurde. 

Im Pilgerbüro wurde mir noch einmal genau erklärt, welchen Weg ich einzuschlagen hatte, um die erste Etappe nach Roncenvalles zu gehen. An einer ersten Wegkreuzung traf ich Magda, die junge Polin.
Sie stand gerade mitten an der Weggabelung, als ich sie von hinten ansprach. Auf Anhieb hatten wir Sympathie füreinander verspürt und beschlossen, die erste Wegetappe gemeinsam zu bewältigen.

When you want something, all the universe conspires in helping you to achieve it.” – Paulo Coelho, The Alchemist

Magische Begegnungen

Magda und ich haben uns danach oft gefragt, was es wohl zu bedeuten hatte, dass wir uns ganz am Anfang des Weges getroffen hatten? Einig waren wir uns jedoch immer: Das Universum, oder wie andere Pilger sagen, der Camino hat dafür gesorgt, dass wir uns treffen. Wir sollten uns gegenseitig stützen bzw. lehren.
Solche magischen Begegnungen hatte ich viele. Tatsächlich ist es sehr einfach, dem Weg zu folgen, denn gelbe Pfeile sowie gelbe oder weiße Muschelabbildungen begleiten und führen den Pilger. Ist man jedoch zu sehr in ein Gespräch verstrickt oder ganz in seine eigenen Gedanken versunken, kommt man schon mal vom Weg ab. Dann taucht förmlich aus dem Nichts ein Dorfbewohner auf, der einen „zurück auf den richtigen Weg“ führt.

Auch andere Pilger, die man auf seinem Weg immer wieder trifft, mit denen man sich schnell anfreundet und tief verbunden fühlt, verschwinden und erscheinen wie auf magische Weise. Besonders in Zeiten, in denen man einen Freund dringend braucht.

Ich war geschwächt

So fand ich mich auch ein paar Tage nach Beginn meines Weges in so einer Situation wieder. Es hatte sich durch das Tragen von falschen Schuhen meine Achillesferse entzündet. Hinzu kam eine Erkältung, die mich schwächte. Ich saß am Wegrand auf einem Erdhaufen und hatte den Fuß hochgelegt, um mich auszuruhen und meinen Fuß zu entlasten. Ich war überzeugt, dass ich die Letzte auf dem Weg wäre und alle anderen Pilger, die mit mir an diesem Tag los gelaufen waren, einige Kilometer voraus seien. Mein Fuß schmerzte schon einige Zeit, ich musste aber noch mindestens 9 km laufen und fühlte mich sehr unwohl in dieser Situation. Ich hätte zwar andere Pilger anrufen können, falls ich nicht mehr weiter käme, aber ob sie mir hätten helfen können?

Eine mentale Stütze

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich damals auch zu stolz war, um jemanden um Hilfe zu bitten. Während ich noch überlegte, kam plötzlich ein anderer Pilger, Phillip, ein Deutscher, auf mich zu. Ich war völlig erstaunt ihn zu sehen, denn ich war davon ausgegangen, dass besonders er mir schon viele Kilometer voraus war, da er nicht so viel Zeit hatte, den Camino zu laufen, und daher schneller unterwegs war. Als er sah, welche Schwierigkeiten ich hatte aufzutreten, bot er mir an, mich zu stützen oder meinen Rucksack zu tragen.

Letztendlich schaffte ich es humpelnd, mit meinem Rucksack auf dem Rücken, zum nächsten Ort, in dem wir auch schlafen sollten. Er musste mich nicht körperlich stützen. Aber ich war ihm unglaublich dankbar, dass er bei mir geblieben war und für mich seinen Schritt verlangsamt hatte. Das tat er, obwohl er an diesem Tag noch 10 km mehr als ich laufen musste. Er war in diesem Moment meine mentale Stütze und half mir, den Weg fortzusetzen.

Diese Begegnung erzähle ich gerne als Geschichte, um zum Ausdruck zu bringen, was es wirklich bedeutet, ein Pilger zu sein. Zum noch besseren Verständnis möchte ich einen Text zitieren, den ich von einer Nonne in einer kleinen Kirche in Zabaldika erhalten habe:

Weiße Worte über den Camino

„Der Weg macht dich zum Pilger. Der Weg nach Santiago ist nicht nur ein Stück des Weges den man gehen muss um irgendwo anzukommen, er ist keine Probe um eine Belohnung zu erhalten.
Der Weg nach Santiago ist ein Gleichnis und gleichzeitig eine Wirklichkeit, weil er ein Weg im Innern und im Äußern ist, in einer konkreten Zeit während der Wegabschnitte und während des ganzen Lebens, wenn du
zulässt, dass der Weg dich durchdringt, dich ändert und aus dir einen Pilger macht. (…) Auf dem Weg wirst du zum Bruder und zur Schwester.
Du wirst bereit sein, das Wenige dass du mit dir trägst zu teilen, denn selbst wenn du den Weg ganz allein beginnst, wirst du ihn zum Schluss in Gemeinschaft gehen. Der Weg schafft Gemeinschaft, die einander grüßt, die Interesse am Weg anderer hat, die zuhört, die teilt.“

Mich hat der Weg durchdrungen; mich hat der Weg verändert. Ich habe gelernt Hilfe anzunehmen. Mir war nicht bewusst, wie wunderbar es sich anfühlt, von anderen umsorgt und gestützt zu werden. Ich weiß nun, was bedingungslose Liebe ist: Eine Liebe die geben und teilen kann. Ich selbst habe gelernt zu lieben und vermeintlich wildfremden Menschen in Notsituationen ein stützender Freund zu sein. Auf der Reise habe ich auch gelernt, mich zu lieben.

Mit einem starken Willen schaffst Du unglaubliches

Diese Veränderung kommt besonders auch durch die körperliche Anstrengung zustande. Ich bin im Schnitt 30-40 km am Tag gelaufen. Ich habe meinen Körper auch dazu gebracht, an einem Tag 45 km zu laufen, trotz aller Schmerzen. Wie? Durch meinen starken Willen.
Unser Wille kann uns überall hinbringen, wir müssen es sprichwörtlich nur wollen. Unser Körper ist stark; achten wir auf ihn und behandeln ihn mit Fürsorge, kann er uns an jeden Ort bringen und jede Schwierigkeit meistern. Wenn wir  nicht auf die Signale achten, die unser Körper uns sendet, sind wir schwach und müssen aufgeben. Jede Blase und jeder Schmerz ist eine Geschichte, die unser Körper uns über die Strapazen des Weges erzählt. Hören wir zu, fühlen wir mit ihm und schenken ihm Aufmerksamkeit, trägt er uns weiter und wächst mit uns.

Durch die Fürsorge, durch die Achtsamkeit, durch den ständigen Austausch mit Deinem Körper entsteht Selbst-Vertrauen – das Vertrauen in uns selbst. Denn wir sind es, die uns all diese Kilometer tragen. Aus Vertrauen in uns selbst entsteht bedingungslose Liebe. Man kann die Angst vor Verletzung und Zurückweisung los lassen, da man nun weiß, dass man selbst stark genug ist und fast alle Schwierigkeiten im Leben meistern kann. Schafft man es nicht alleine, kommt ein Freund des Weges und bietet Hilfe an. Man ist nie alleine, wir sehen es nur oftmals nicht.

Das Vertrauen in mich selbst schafft Zuversicht und Vertrauen in das Leben

Aus diesem Vertrauen in mich selbst ist auch die Zuversicht und das Vertrauen in das Universum sowie das Leben entstanden. Auf meinem Weg habe ich die Stimme meines Herzens kennen gelernt. Sie verurteilt nicht, sie bewertet nicht, sie hat keine Angst. Sie ist einfach. Folge ich der Stimme meines Herzens, kann ich spüren, dass mit Hilfe des Universums sich für mich alle Wünsche erfüllen werden, auch wenn es manchmal nicht danach ausschauen mag. Ich kann also Ärger, Frust und Angst loslassen und die Menschen um mich herum so akzeptieren und lieben wie sie sind, auch wenn sie dies vielleicht noch nicht zurück geben können. Schenkt man Liebe ohne Erwartungen, kommt Liebe zurück. Schürt man Angst und Misstrauen, wird dies mit den gleichen Gefühlen beantwortet.

Gehe Deinen eigenen Camino im Leben

„Der Weg lädt dich ein nachzudenken, dich überraschen zu lassen, zu empfangen, zu internalisieren, einzuhalten, zu schweigen, zuzuhören, zu bewundern, zu preisen…die Natur, deine Weggefährten, dich selbst und Gott.“

Mit diesen letzten Worten aus dem Text der Nonnen möchte ich Dich dazu anregen, Deinen eigenen Camino, ob in Spanien auf dem Camino Francés oder in Deinem Leben, zu gehen. Jeder Camino ist etwas Besonderes, jeder muss seinen ganz eigenen Weg gehen. Sei mutig, lass Dein Herz sprechen, glaube an Dich und Deine Kraft. Probiere aus, Deinen eigenen Weg zu finden, der Dir Selbstvertrauen und Liebe schenkt. Folge Deinem Herzen!

Waren meine Worte noch nicht Inspiration genug, kann ich Dir auch das Buch „Auf dem Jakbosweg“ von Paolo Coelho ans Herz legen. Er beschreibt in seinem Buch die Magie des Camino auf eine noch viel fantastischere Weise. Meine Freundin und Weggefährtin Magda hat das Buch vor 13 Jahren gelesen und seit dem war es ihr Traum, den Camino Francés zu laufen.

Buchempfehlung

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