Über mich
Bild Sarah Volpert Inhaberin von Seelenkonferenz

Getrieben durch meine eigene Geschichte beschäftige ich mich seit 10 Jahren mit persönlicher Weiterentwicklung. Schon in meinem Studium Kommunikationsdesign hat mich besonders die Kommunikation interessiert und wie man diese fördern kann. Da mein Wissenshunger nicht gestillt wurde, habe ich angefangen nebenbei Angewandte Psychologie zu studieren. Alle Fragen und Antworten, die ich Dir präsentiere oder stelle, sind durch meine eigene Geschichte, meine Neugierde, mein Wissen rund um die Psychologie und meine persönlichen Erfahrungen entstanden.
Schon immer war es mir ein Anliegen, mein Umfeld dazu anzuregen, sich mehr mit sich selbst auseinander zu setzen und alles noch einmal zu hinterfragen. Denn ich bin überzeugt, können wir uns alle ein Stück mehr lieben, wird die Welt bereits zu einem freundlicheren Ort.

Landschaftsbild mit Bergen und einem Sonnenuntergang
Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on xing
Share on linkedin
Bedürfnisse erkennen und Konflikte lösen

Kennst Du das? Der Partner hat uns nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt, der Chef hat kein Wort des Lobes übrig, obwohl man hervorragende Arbeit leistet, und die Freundin geht mal wieder nicht auf unsere Gefühle ein. Das sehen wir zumindest als unsere Wahrheit an und empfinden dabei Wut, Traurigkeit oder sogar Scham.
Aber was ist passiert? Deine Freundin konnte deine Bedürfnisse nicht erkennen und deine Bedürfnisse sind somit nicht erfüllt worden. Sprechen wir diese Emotionen nun laut aus, kann ein Konflikt entstehen, denn unser Gegenüber weiß häufig nicht, was wirklich in uns vor sich geht.

Was sind Bedürfnisse überhaupt?

Schlägt man im Wörterbuch nach, findet man folgende Erklärung für Bedürfnis: „Wunsch, Verlangen nach etwas; Gefühl, jemandes, einer Sache zu bedürfen, jemanden, etwas nötig zu haben.“

Oder „Lebensnotwendigkeit; etwas, was jemand (unbedingt) zum Leben braucht“

Bedürfnisse definieren. Modelle zur Gliederung/ Einteilung von Bedürfnissen

Der amerikanische Psychologe Abraham H. Maslow hat 1962 in seiner Bedürfnispyramide bereits 5 Bedürfnisse definiert, unterteilt in Defizitbedürfnisse und Wachstumsbedürfnisse. Zu den Defizitbedürfnissen gehören die Bedürfnisse nach Körperlichkeit, das Sicherheitsbedürfnis, das Bedürfnis nach Sozialem und das Bedürfnis nach Achtung. Als Wachstumsbedürfnis gilt die Selbstverwirklichung.

Der chilenische Ökonom Manfred Max-Neef hat in den 1990er Jahren ein weiteres Modell menschlicher Grundbedürfnisse erstellt. Dieses zeigt 9 Bedürfnisse nach Überleben und Materiellem/ Schutz und Sicherheit/ Zuneigung, Zuwendung und Liebe/ Verstehen und Verständnis/ Partizipation und Teilnahme/ Muße und Müßiggang/ Kreativität/ Identität sowie das Bedürfnis nach Freiheit. Sein Modell sieht vor, dass alle Bedürfnisse gleichwertig sind und nebeneinander bestehen. Wobei man das Bedürfnis nach Überleben durch Materialismus sowie das Bedürfnis nach Sicherheit und Schutz als Grundlage sehen kann. Fühlt der Mensch sich bedroht, verfällt er in den Flucht- oder Kampf-Modus.

Eine Nichterfüllung kann starken Mangel und negative Emotionen auslösen

In einem reichen Land wie Deutschland ist unser tägliches Überleben meist gut abgesichert, wir müssen also keine Angst um unser Überleben sowie unsere Sicherheit haben. Werden Bedürfnisse also nicht erfüllt, dann handelt es sich wohl eher um die Bedürfnisse nach Liebe und Zuneigung, Verständnis oder das Bedürfnis nach Teilnahme.
Wie oben bereits beschrieben, sind alle Bedürfnisse gleichwertig zu sehen und können in einem Menschen einen starken Mangel sowie negative Emotionen auslösen. Man sollte also nicht die strikte Aussage treffen, dass man keine Probleme habe, wenn das Überleben und die Sicherheit gewährleistet sind.

Jedem Menschen steht das Recht nach Emotionen zu.
Ich verwende hier bewusst den Begriff Emotion, da Experten unter Emotionen den bewussten und unbewussten Erlebniszustand des Körpers verstehen, der mit körperlichen Ausdrucksformen wie Gestik, Mimik und Körperhaltung einhergeht. Das im Deutschen gebräuchliche Wort „Gefühl“ beschreibt nur die bewussten Erlebniszustände des Körpers. Da wir aber oftmals unsere Bedürfnisse nicht bewusst wahrnehmen, möchte ich hier bei dem Wort Emotionen bleiben.

Und unbewusst trifft die Realität oftmals sehr gut. Wir sind uns nicht bewusst, welche Bedürfnisse wir haben und welche davon gerade nicht erfüllt werden. Was passiert? Wir geraten in einen Konflikt, weil wir meist den Anderen beschuldigen für unsere negativen Emotionen verantwortlich zu sein.

Wie können wir solche Konflikte lösen wenn nicht sogar vermeiden?

Durch Bewusstsein in Denken und Handeln.
Nimmst Du Dich selbst zurück und gibst Dir Zeit Dich zuerst mit Deinen Emotionen auseinander zu setzen, nimmst Du Dir Zeit Dich zu fragen, welches Bedürfnis der oben genannten neun nicht erfüllt wurde, kannst Du sachlich, überlegt und bewusst in ein Gespräch gehen und Deine eigentlichen Wünsche zum Ausdruck bringen. Dein Gegenüber wird Dich besser verstehen, wenn Du ruhig Deine Emotionen schildern kannst und wie diese zustande kamen.
Zusätzlich solltest Du Dir die ehrliche Frage stellen, ob es wirklich die Aufgabe Deines Gegenübers ist, Deine Bedürfnisse zu erfüllen? Kann der andere Dein Bedürfnis nicht erfüllen, kannst Du ihn oder sie trotzdem lieben und akzeptieren.

Wie finde ich heraus, welches Bedürfnis nicht erfüllt wurde?

Schreibe vorerst Deine empfundenen Emotionen auf oder bespreche sie mit einer Dir vertrauten Person. Versuche in allen Aussagen bei Dir zu bleiben. Was empfindest Du? Ist es Wut, Traurigkeit, Scham oder zum Beispiel Verlassensangst oder die Angst, nicht gesehen zu werden? Wie fühlen sich diese Empfindungen an? Versuche sie genau zu beschreiben. Nimm Dir gerne dafür einige Momente Zeit und fühle in Dich hinein. Vergleiche Deine Empfindungen mit den oben genannten Bedürfnissen, was davon geht mit Dir in Resonanz?

Kannst Du Dein Bedürfnis genau benennen, wie zum Beispiel: „Mein Bedürfnis nach Verstehen und Verständnis wird von meinem Partner nicht genug erfüllt“? Versuche es als Ich-Botschaft sowie als Wunsch zu formulieren und bringe Deine Emotionen zum Ausdruck. Dieser Satz könnte dann folgendermaßen lauten:
„Ich bin traurig, da ich mich nicht richtig verstanden/nicht richtig gehört fühle. Ich würde mir wünschen, mehr Verständnis zu erhalten.“
Durch diese Formulierung bringst Du einerseits Deine Emotionen zum Ausdruck und gibst Deinem Gegenüber mehr Einblick in Dein Innenleben, andererseits formulierst Du einen Wunsch, welcher dem anderen ermöglicht zu entscheiden, wie er oder sie damit umgehen möchte. Denn niemand ist dazu da, unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Wir können lediglich unsere Gefühle und Gedanken äußern und hoffen, dass der andere aus eigenem Antrieb uns diese erfüllen möchte. Dies schafft einen offenen und bedingungslosen Umgang.

Es ist wichtig die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu kennen

Weigert sich Dein Gegenüber, Deinen Wunsch zu erfüllen, ist möglicherweise der Konflikt bereits sehr viel weiter fortgeschritten. Haben schon erste Streitereien stattgefunden und die Fronten haben sich verhärtet, kannst Du versuchen, eine Win-Win-Situation zu schaffen. Auch hier ist es wichtig die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu kennen und mit Bewusstsein in die Situation zu gehen. Lege Deine eigenen Bedürfnisse und Erwartungen offen auf den Tisch und bitte darum, dass Dein Gegenüber es Dir gleich tut. Versuche immer im Hinterkopf zu behalten, dass niemand dafür verantwortlich ist, Deine Bedürfnisse zu erfüllen.

Bei einer Win-Win-Situation, die in der systematischen Kommunikation auch konstruktiv-kooperative Strategie genannt wird, geht es darum, eine gemeinsame Basis zu finden, auf der man aufbauen kann. Ziel ist es, dass beide Gesprächspartner das Gefühl haben, verstanden worden zu sein und dass ihre Bedürfnisse erfüllt wurden. Diese Situation kannst Du schaffen, indem Du auf Dein Gegenüber eingehst und versuchst, sowohl seine Bedürfnisse zu verstehen als auch zu erfüllen. Zeigst Du Bereitschaft, wird Dein Gesprächspartner hoffentlich ebenfalls einen Schritt auf Dich zu gehen und Deine Emotionen und Wünsche ernst nehmen.

Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Der österreichische Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick definierte diese Aussage als sein erstes Axiom.
Behalte also bitte immer im Hinterkopf, dass wir jederzeit kommunizieren, auch wenn wir verbal nichts zum Ausdruck bringen. Ich möchte daher noch einmal betonen, wie wichtig es ist, sich seiner eigenen Emotionen bewusst zu sein und zu verstehen, welche Empfindungen man nach außen trägt.

Quellen:
Menzel, W; Wilbrand, T; Kruse, J (2004). Kommunikationskontexte und Grundlagen der Gesundheitskommunikation. GKOMM02. Bremen: Studienheft der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft.
Watzlawick, P.; Beavin, J. H.; Jackson, D. D. (1985). Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. 7. Unv. Aufl. Bern: Huber zitiert nach Kruse, J; Wilbrand, T. (2003). Kommunikation – Grundlagen, Modelle und Kommunikationsstörungen. GKOMM01. Bremen: Studienheft der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft.
https://www.gudrun-haas.de/mediapool/143/1432099/data/max-neef_tabellen.pdf
https://www.gluecksarchiv.de/inhalt/grundbedarf.htm

Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on xing
Share on linkedin

Schreibe einen Kommentar