Über mich
Bild Sarah Volpert Inhaberin von Seelenkonferenz

Getrieben durch meine eigene Geschichte beschäftige ich mich seit 10 Jahren mit persönlicher Weiterentwicklung. Schon in meinem Studium Kommunikationsdesign hat mich besonders die Kommunikation interessiert und wie man diese fördern kann. Da mein Wissenshunger nicht gestillt wurde, habe ich angefangen nebenbei Angewandte Psychologie zu studieren. Alle Fragen und Antworten, die ich Dir präsentiere oder stelle, sind durch meine eigene Geschichte, meine Neugierde, mein Wissen rund um die Psychologie und meine persönlichen Erfahrungen entstanden.
Schon immer war es mir ein Anliegen, mein Umfeld dazu anzuregen, sich mehr mit sich selbst auseinander zu setzen und alles noch einmal zu hinterfragen. Denn ich bin überzeugt, können wir uns alle ein Stück mehr lieben, wird die Welt bereits zu einem freundlicheren Ort.

Sonnenuntergang hinter Berglandschaft
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Achtsamkeit im Zuhören

Wir begegnen tagtäglich sehr vielen Menschen, darunter Menschen, die uns gerne ihre Geschichte, ihre Sorgen und ihre Gefühle erzählen wollen. Manchmal möchten sie einen Rat, manchmal möchten sie auch einfach nur reden, um sich nicht so alleine zu fühlen. Und manchmal wollen sie sich auch einfach nur etwas von der Seele reden. Und was tun wir? Wir hören meistens nicht zu, zumindest nicht aktiv. Denn wir sind mit unseren eigenen Sorgen, Ängsten, Erfolgen und Geschichten beschäftigt, können diese nicht abschalten, um aktives Zuhören zu ermöglichen. Meist denken wir bereits über unsere eigene Antwort oder unseren Redeanteil nach. Ist das förderlich für unsere zwischenmenschlichen Beziehungen?

Kennst Du noch die kleine Momo aus Micheal Endes gleichnamigen Roman? Sie war ein ganz besonderes kleines Mädchen.

„Was die kleine Momo konnte wie kein anderer, das war: zuhören. Das ist nichts Besonderes, wird nun vielleicht mancher Leser sagen, zuhören kann doch jeder. Aber das ist ein Irrtum. (…) Momo konnte so zuhören, dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen. Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder fragte, was den anderen auf solche Gedanken brachte, nein, sie saß nur da und hörte einfach zu, mit aller Aufmerksamkeit und Anteilnahme.“

Das was die kleine Momo so besonders gut kann, ist aktives Zuhören.

Um zu verstehen, was aktives Zuhören bedeutet, sollte man sich zuerst bewusst machen, dass wir in unseren Gesprächen, die wir selbst führen, einen Führungsanspruch haben. Um ein (nicht immer bewusstes) Ziel zu erreichen, lenken wir durch Einsetzen von verbalen und nonverbalen Signalen das Gespräch. Es ist wichtig, sich darüber bewusst zu sein, denn damit ist auch Verantwortung verbunden.

Ein Gespräch besteht immer aus zwei Seiten: die Seite des Sprechenden und die des Zuhörenden. So wie wir, durch Sprache das Gespräch aktiv steuern, können wir auch durch Zuhören bewusst das Gespräch gestalten. Erstmals wurde die Methode des aktiven Zuhörens von dem US-amerikanischen Psychologen und Psychotherapeuten Carl Rogers angewendet. Er setzte es in seiner Klientenzentrierten Psychotherapie ein. In dieser Form der Gesprächsgestaltung hört der Zuhörende überwiegend mit dem Ohr der „Selbstoffenbarung“ und reagiert gefühlsbetonend auf die Botschaften des Klienten. Das Ohr der Selbstoffenbarung, nach Schulz von Thun, hört auf die Aussage über die Befindlichkeit des Sprechers, Senders genannt. Man hört also bewusst auf die Gefühle und Emotionen des Gegenübers und gibt diese in seiner eigenen, wertfreien Sprache wieder; man spiegelt seinen Gesprächspartner und verhilft ihm so, zu sich selbst zu kommen. Dabei möchte ich noch einmal betonen, wie wichtig es ist, die Aussagen des Gegenübers wertfrei wieder zu geben!

Was nutzt mir das zum Thema aktives Zuhören?

Als allererstes möchte ich sagen, dass aktives Zuhören das Fundament für einen konstruktiven Dialog darstellt und jeder Mensch als Haltung annehmen sollte. Denn aktives Zuhören soll nicht als Manipulation oder Methode gesehen werden, um schneller ans Ziel zu kommen oder das Gegenüber um den Finger zu wickeln. Aktives Zuhören bedeutet, Verantwortung für den Dialog zwischen sich und dem Gesprächspartner zu übernehmen. Aktives Zuhören basiert auf Empathie, Akzeptanz und Kongruenz des Gesprächsführenden und bedeutet, den anderen mit seinen Annahmen und Gedanken wertfrei zu akzeptieren und die eigenen Werte und Vorstellungen zurück zu stellen. 

Dadurch wird ein angstfreier Raum geschaffen, in dem sich mein Gegenüber frei äußern kann. Das hilft mir, ein besseres Verständnis für die Interessen und Motive meines Gesprächspartners zu bekommen. Er oder sie fühlt sich ernst genommen und ich kann eine vertrauensvolle und wertschätzende Beziehung zu ihm oder ihr aufbauen. Aktives Zuhören ermöglicht es mir ebenfalls, Anliegen und Bedürfnisse besser heraus zu hören und zu erfassen, welche Werte mein Gesprächspartner für sich definiert hat. Und diese Werte tragen maßgeblich zu unserer Beziehung bei.

Versuche Dein Wissen rund um aktives Zuhören in Deinen Alltag einzubauen

Vielleicht bist Du über das Kartenset von Seelenkonferenz hierher gekommen, vielleicht hast Du den Weg zu diesem Artikel über einen anderen Weg gefunden. So oder so würde ich Dich gerne zu einem kleinem Experiment bewegen wollen:
Wenn Du in Kontakt zu anderen Menschen kommst, zum Beispiel durch die Fragen im Spiel oder in Deinem Alltag, versuche doch einmal, das Wissen rund um das aktive Zuhören anzuwenden. Lass Dich auf Dein Gegenüber ein, gib ihm oder ihr das Gefühl, dass Du ehrlich zuhörst und wertfrei Anteil nimmst und beobachte, was passiert.
Vor allem lenke Deinen Blick auch einmal bewusst auf Dich: Was passiert mit Dir?
Denn nur im bewussten Umgang mit unserem Gegenüber und unseren Gefühlen entstehen tiefe Verbindungen.

Quellen:
Menzel, W; Wilbrand, T; Kruse, J (2004). Kommunikationskontexte und Grundlagen der Gesundheitskommunikation. GKOMM02. Bremen: Studienheft der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft.
Schulz von Thun, F. (2010). Miteinander reden. 1.Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. 54. Aufl. Reinbek: Rohwolt.
Schulz von Thun, F. (2010). Miteinander reden. 2.Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung. Differentielle Psychologie der Kommunikation. 36. Aufl. Reinbek: Rohwolt. 

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